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Wenn KI unsere Arbeit verändert – was bleibt von uns?

  • Autorenbild: Markus Straubinger
    Markus Straubinger
  • vor 4 Tagen
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 3 Tagen


KI verändert die Arbeitswelt. Berufe verändern sich, Aufgaben werden von Maschinen übernommen, neue Tätigkeiten entstehen. Manche Arbeits-plätze werden verschwinden, andere werden sich grundlegend verändern.

Doch hinter all diesen Entwicklungen steht für mich eine viel persönlichere Frage:

Was bedeutet diese Veränderung für mich? Für meinen Beruf? Für meine berufliche Zukunft? Und vor allem: Was macht mich als Mensch wertvoll, wenn Maschinen immer mehr können?

Ich glaube, dass genau diese Fragen in Zukunft wichtiger werden.

Was bedeutet das für mich persönlich? Für meinen Beruf? Für meine beruf-liche Zukunft?

Nicht warten, bis die Veränderung kommt

Ich habe in meinem eigenen Berufsleben immer wieder Standortbe-bestimmungen für mich gemacht. Ich fragte mich: Wie zufrieden bin ich? Habe ich noch Freude an dem, was ich tue? Spüre ich einen Verände-drang? Bin ich noch am richtigen Ort? Oder könnte ich vielleicht ein zweites Standbein aufbauen?

Diese Fragen waren für mich wichtig. Denn ich wollte nicht einfach abwar-ten, bis etwas von aussen passiert. Auch heute würde ich jedem empfeh-len, sich rechtzeitig solche Fragen zu stellen. KI schreitet rasant voran – schneller, als uns vielleicht lieb ist. Gerade weil die Zukunft ungewiss ist, würde ich mir heute überlegen: Was könnte sich in meinem Beruf verän-dern? Was könnte ich allenfalls selbst verändern? Welche Möglichkeiten habe ich?

Vielleicht braucht es eine Weiterbildung. Vielleicht eine neue Ausbildung. Vielleicht ist es an der Zeit, sich Gedanken darüber zu machen, welche Berufe auch in Zukunft Bestand haben könnten. Es geht nicht darum, Angst vor der Zukunft zu haben. Es geht darum, sich auf sie vorzubereiten.

Warum fällt uns Veränderung so schwer?

Viele Menschen wollen die Realität nicht wahrhaben. Sie möchten im Bekannten bleiben, auch wenn sie längst spüren, dass etwas nicht mehr stimmt. Manchmal fehlt der Mut. Manchmal die Energie. Manchmal ist es einfach bequemer, nichts zu verändern. Und manchmal sind wir durch die enorme Flut an Informationen und sozialen Medien geradezu paralysiert. Wir denken vielleicht: „Ich habe nicht die Kraft dazu. Ich bin zu alt. Ich weiss nicht, was ich machen soll. Ich schaffe das nicht.“ Doch vielleicht vergessen wir dabei etwas Entscheidendes:

Die einzige Konstante im Leben ist die Veränderung!

Wir können die Veränderung nicht aufhalten. Aber wir können entscheiden, wie wir mit ihr umgehen.

Was macht den Menschen einzigartig?

Je mehr künstliche Intelligenz kann, desto wichtiger wird für mich eine andere Frage:

Was macht eigentlich den Menschen aus?

Da sind unsere Intuition, unsere Empathie und unsere Gefühle. Unser In-stinkt. Unsere Lebens- und Berufserfahrung. Unsere Bildung und unsere Kultur. Da ist die Fähigkeit, einen anderen Menschen wirklich zu verstehen. Nicht nur seine Daten zu analysieren, sondern ihn wahrzunehmen und zu spüren.

Und da ist etwas ganz Persönliches: das Wissen darum, wer ich bin, was ich kann und wie einzigartig ich bin. Ich bin überzeugt, dass gerade diese Fähigkeiten in Zukunft eine besondere Bedeutung bekommen werden. Denn je mehr Maschinen Wissen verarbeiten und Aufgaben übernehmen können, desto wichtiger werden jene Eigenschaften, die uns als Menschen auszeichnen.

Menschlichkeit wird nicht weniger wertvoll. Sie wird vielleicht sogar wert-voller.

Wer bin ich – und was kann ich wirklich?

Vielleicht ist dies eine der wichtigsten Fragen. Wer bin ich? Was sind meine Fähigkeiten und Talente? Wo liegen meine Stärken? Was kann ich besonders gut? Was gibt mir Energie? Was möchte ich noch lernen oder entwickeln? Manmal kennen wir uns selbst erstaunlich wenig. Deshalb lohnt es sich, sich ernsthaft mit sich selbst auseinanderzusetzen. Und manchmal braucht es dazu die Hilfe eines anderen Menschen. Eine gute Beratung kann Türen öffnen. Sie kann Vorhänge weg-ziehen. Sie kann neue Einsichten ermöglichen und Dinge sichtbar machen, die bisher verborgen waren. Aber eines ist dabei entscheidend:

Der Mensch muss es selbst wollen.

Er muss bereit sein, sich zu öffnen, ehrlich hinzuschauen und auch in sich hineinschauen zu lassen. Dazu braucht es Selbstwertgefühl. Und Mut.


Das Leben ist ein grosses Abenteuer

Natürlich bleibt die Zukunft ungewiss. Aber war sie das nicht schon immer? Unser Leben ist geprägt von Unsicherheit, Fragen und Veränderungen – aber genauso von enorm viel Schönem, von Begegnungen und von Überraschungen.

Das Leben ist ein Weg ins Ungewisse. Gerade deshalb sollten wir alles dafür geben, dass es sich lohnt. Je mehr ich von meinem eigenen Selbstwert überzeugt bin, desto weniger muss ich mich um die Zukunft sorgen. Ich muss nicht alles wissen. Ich muss auch nicht wissen, was in fünf oder zehn Jahren sein wird. Aber ich kann wissen, wer ich bin, was ich kann und worauf ich vertraue. Das gibt Halt.

Veränderung als Chance

Vielleicht sollten wir deshalb die Veränderungen, die durch KI auf uns zukommen, nicht nur als Bedrohung sehen. Sie sind neue Wege. Neue Möglichkeiten. Unbeschriebene Blätter. Oder – um es mit einem Bild zu sagen, das mir besonders gefällt:

Manchmal liegt plötzlich ein neues Zeichenblatt vor uns. Wir können davor stehen und Angst vor dem leeren Blatt haben. Oder wir nehmen den Stift oder den Pinsel in die Hand und beginnen zu zeichnen. Dieses Blatt können wir ganz neu und selber bemalen.

Machen wir ein wunderschönes Bild daraus. Und erfreuen wir uns an jedem einzelnen Pinselstrich.

Habt Mut!

Das Bild wird schön werden.

Markus E. Straubinger, September 2026



 
 
 

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